Direkt zum Inhalt

„Alles fließt“ in der Kleinkunst des TFO

Lange hatten die TheaterFreunde Oberjosbach gebangt, ob ihre für den November geplanten Kleinkunst-Vorstellungen denn nun stattfinden könnten. Und nach langen Monaten der Corona-bedingten Abstinenz präsentierten sie dann an den vergangenen beiden Wochenenden unter 2G-Bedingungen und unter dem Motto „Alles fließt“ ihrem begeisterten Publikum eine bunte Mischung aus Comedy, Einaktern, Gesang, Sketchen und Musik.

Auf gewohnt charmante Weise führte Moderatorin Marlies Wiedenau durch das abwechslungsreiche Programm. Es wurde in den einzelnen Beiträgen immer wieder deutlich, dass nicht nur Wasser fließt, sondern auch die Zeit, die damit verbunden Veränderungen bringt. In rascher Folge wechselten sich etwa 30 große und kleine Künstler mit den verschiedensten Beiträgen ab, von der Technik hervorragend in Ton und Licht gesetzt.

In der ersten Hälfte des Programms informierten mehrere clevere Jugendliche im „Pausenbrot“ über Gegebenheiten und Konflikte in ihrer Schule, anschließend klärten zwei coole Schulkinder am Frühstückstisch ihre etwas altmodischen Eltern im „Fitnesstracker“ über die totale Überwachung auf. Im Einakter „Das Verhör“ ließen zwei betagte Damen den Kommissar erst verzweifeln, um ihn dann noch in Lebensgefahr bringen.

Immer wieder ins Programm eingestreut waren Musikbeiträge von verschiedenen Interpreten wie „Only time“, „The rose“ oder dem Popchor Königshofen mit „California dreaming“ und „Yesterday“. Und auch das Känguru aus den „Känguru Chroniken“ verschaffte sich Gehör. Die erst vor kurzem neu gegründete TFO Shanty-Band mit 4 Sängern, Geige, Gitarre und Schifferklavier steigerte die gute Stimmung des Publikums noch weiter mit ihrem Lied „Es gibt nur Wasser“.

Nach der Pause informierte der zu Ende gedachte Vortrag „Der Markt regelt das“ über die durchaus möglichen grausigen Konsequenzen, wenn Dinge des täglichen Grundbedarfs in die Hände von Großkonzernen bzw. Investoren fallen sollten. Gekonnt vorgetragene Klaviermusik erfreute anschließend das Publikum. Das Känguru ließ sich auch immer wieder blicken. Im Zwiegespräch „Gendern“ erklärten zur Freude des Publikums zwei ältere Herrschaften in heimischem Dialekt einander, wie sich Sprache und Schrift laut Duden inzwischen verändert hat und wie man heutzutage korrekt gendert. Im Vortrag „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ erfuhr man in Wortspielen zum Nachdenken und Schmunzeln, wie ausdrucksstark unsere Sprache sein kann.

Durch den 1. Vorsitzenden Dieter Trispel wurde anschließend das langjährige Mitglied Gabriele Knüttel geehrt und zum Ehrenmitglied ernannt. Mehrere Jahrzehnte lang hat sie Programme und Auftritte der TheaterFreunde maßgeblich gestaltet und beeinflusst, was das Publikum mit anhaltendem Beifall honorierte. Lygia Teubner spielte auf der Geige ihr zu Ehren „You raise me up“ und brachte damit manches Tränchen der Rührung zum Kullern.

Der Einakter „Das F hängt“ zeigte anschaulich, dass die Technik voranschreitet und die Jugend ihre Probleme mit alten Geräten wie einer Schreibmaschine hat, an der doch nur das hängende F zu reparieren ist. Den Abschluss des Programms bildete eine Zeitreise mit kultigen deutschen Schlagern, die das tägliche Leben einschließlich einer heißen Liebesnacht wiedergab.

Einmal mehr bescherten die TheaterFreunde Oberjosbach ihrem begeistert applaudierenden Publikum einen locker-lustigen und beschwingten Abend, der mit der Zugabe des Ohrwurms der Shanty-Band „Es gibt nur Wasser“ die aktuellen Pandemie-Probleme für kurze Zeit in Vergessenheit geraten ließ.

Sketch "das F hängt"

Image
Sketch "Das F hängt"
Harald Soldan und Sebastian Friemel zeigen den Sketch "das F hängt"

Ernennung von Gabriele Knüttel als Ehrenmitglied.

Image
Ehrung Gabriele Knüttel durch Dieter Trsipel und Marlies Wiedenau

Die Shanty Band präsentierten das Lied "Es gibt nur Wasser"

Image
Shanty Band TFO